AdoptOpenJDK – kostenlos und langfristig

Die beiden vorangehenden Artikel dieser Serie befassten sich zum einen ausführlich mit den kommenden OpenJDK Lizenzänderungen, sowie auch mit den Alternativen, die weiterhin eine freie Nutzung des JDK ermöglichen. In diesem Artikel werden wir uns mit AdoptOpenJDK als eine der vielversprechendsten dieser Alternativen beschäftigen.

Wer oder was ist AdoptOpenJDK?

AdoptOpenJDK ist eine Community, die sich seit 2017 zum Ziel gesetzt hat, eine kostenlose und stabile OpenJDK-Build-Quelle für mehrere Plattformen zu sein. Sie bieten neben fertigen OpenJDK Binaries auch die Möglichkeit, auf AdoptOpenJDK Sourcecode basierende Distributionen selbst zu bauen. Neben den Distributionen beschäftigt sich die Gruppe auch noch mit weiteren Themen.

Unterstützt wird das Projekt von vielen großen Namen. Unter anderem zählen dazu Amazon, Azul, GoDaddy, IBM, jClarity, Microsoft, Pivotal, Red Hat, SAP. Einige dieser Hersteller bieten auch eigene OpenJDK Distributionen (meist kommerziell) an. Die Motivation ihrer Zusammenarbeit ist im Grunde einfach. Da alle OpenJDK Distributionen von denselben OpenJDK-Quellen abstammen, sind eventuelle Bugs auch in allen vertreten. Folglich profitiert in dem gemeinschaftlichen Projekt jeder von den Bugfixes des anderen.

Die AdoptOpenJDK Binärdistributionen kommen entweder mit der Eclipse Openj9 VM oder der Hotspot VM von Oracle. Verfügbar sind die Distributionen für eine weite Spanne an Plattformen (unter anderem Linux, Mac, Windows 32/64, ARM 32/64, z/OS, Solaris, AIX, PPC, s390). Das Repository mit den Quelldateien zum Selbstbauen findet man hier.

Support-Optionen

AdoptOnenJDK als Community bietet kostenlosen Community-Support an. Jedes als Release identifizierbare Build von AdoptOpenJDK wird auch von der Community unterstützt. Wenn also ein Fehler gefunden wird, bemüht sich der Findende als Teil bzw. zusammen mit der Community darum, diesen zu beheben. Erfolgreiche Bugfixes werden anschließend mit dem nächsten Release von AdoptOpenJDK veröffentlicht.

Wenn einem dieser nicht unbedingt deterministische Fehlerbehebungsprozess nicht sicher genug ist und eine verpflichtende Bindung gewünscht wird, besteht die Option, kommerziellen Support von IBM oder jClarity zu bekommen.

  • jClarity bietet kommerziellen Support für OpenJDK mit Binaries von AdoptOpenJDK (Hotspot VM).
  • IBM bietet kommerziellen Support für OpenJDK mit Binaries von AdoptOpenJDK
  • (Hotspot VM oder Openj9).

Release-Roadmap

Die Release-Roadmap von AdoptOpenJDK muss sich an ihren Abhängigkeiten orientieren. Zum Bauen werden Quellen von OpenJDK, Eclipse OpenJ9 und SAP-Machine benutzt. Um die neuen Release-Strategien besser nachvollziehen zu können, sei an dieser Stelle nochmal auf die vorangehenden Blogposts dieser Serie verwiesen. Spezifisch für AdoptOpenJDK ist jedoch, dass sie sich zum Ziel gesetzt haben, Updates so lange zu liefern, wie die korrespondierenden OpenJDK Quellen noch aktualisiert werden. Das bedeutet, dass LTS Releases mindestens vier Jahre und alle anderen sechs Monate lang unterstützt werden. Die Update-/Release-Intervalle werden sich voraussichtlich ebenfalls nach dem Dreimonatszyklus von OpenJDK richten.

Erstes Release
Voraussichtliches Ende der Verfügbarkeit
Java 8 (LTS) 03.2014
mindestens bis 09.2023
Java 9
09.201703.2018
Java 1003.201809.2018
Java 11 (LTS)09.2018mindestens bis 09.2022

Qualität

AdoptOpenJDK pocht stark auf ihre Qualitätsstandards, die sie in jedem Release durch alle verfügbaren OpenJDK Test-Suites und zusätzliche Tests der Community sicherstellen.

Zu bedenken ist jedoch, dass AdoptOpenJDK noch keine Übereinkunft mit Oracle gefunden hat, um sich des offiziellen Java SE Technology Compatibility Kits (TCK) zu bedienen. An dieser Übereinkunft wird derzeit noch gearbeitet. Sollte sich daran etwas ändern, wird sich das wohl auf der offiziellen Seite oder im offiziellen GitHub wiederspiegeln. Auf genanntem GitHub Repository finden sich auch detaillierte Informationen über den Aufbau und Ablauf der umfangreichen Tests. Auch wenn AdoptOpenJDK derzeit nicht die Rechte, hat die TCK Tests in ihrem Projekt auszuführen, sind diese in ihrer Build-Infrastruktur vorhanden und könnten von Benutzern, die eine entsprechende Lizenz besitzen, in privaten Build-Umgebungen genutzt werden.

Fazit

Gegenüber anderen freien Alternativen bietet AdoptOpenJDK den Vorteil, von vielen verschiedenen großen Namen und einer allgemein breiten Community unterstützt zu sein. Nachteil des nicht kommerziellen Support-Modells ist natürlich, dass man als Benutzer keinen Anspruch auf einen Fix hat, sondern sich mehr oder weniger auf die Bereitschaft und Fähigkeit der Community verlassen muss. Wer also keine speziellen Supportanforderungen hat und sich weiterhin kostenlos eines langfristig gepflegten JDKs bedienen will, fährt mit AdoptOpenJDK sehr gut.

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