Geld einsammeln für JUnit Lambda – The Next Generation JUnit

JUnit gehört in die Toolbox eines jeden Java Entwicklers, es ist vermutlich eines der am weitesten verbreiteten Opensource Frameworks überhaupt. Ursprünglich entstanden ist es auf einem Transatlantik-Flug als eine bunte Sammlung von GOF Design Patterns. Es besticht durch seine Einfachheit – sicherlich eines seiner Erfolgsgeheimnisse. Die aktuelle Version 4.x existiert nun aber auch schon wieder seit über 10 Jahren. Eine lange Zeit, in der in der Java-Welt viel passiert ist. Viele andere Test-Frameworks sind entstanden und konnten doch den Platzhirsch JUnit nicht verdrängen. Damit JUnit auch in Zukunft nicht vom Thron gestoßen wird, gilt es nun aber die Weichen für einige wichtige Erweiterungen und Änderungen zu stellen. Leider gibt es niemanden, der bezahlt und in Vollzeit an JUnit arbeitet. Die vielen Ideen und Featurewünsche könnten daher nur sehr langsam realisiert werden.

Die Core-Committer haben deswegen eine ungewöhnliche Aktion gestartet. Sie möchten mittels Crowdfunding 25.000,- Euro über Spenden einsammeln, um in einem kleinen Team über einige Wochen Vollzeit die nächste Version JUnit 5 erstellen zu können. Jeder kann sich beteiligen, egal ob Einzelperson oder Firma. Es gibt verschiedene Pakete von kleinen (10,- Euro) bis hin zu großen Beträgen (10.000,- Euro). Je nach Summe erhält man entweder eine Dankes-E-Mail, wird auf Twitter erwähnt oder kann sogar die Zukunft von JUnit mitgestalten, in dem man zum initialen Kickoff-Termin eingeladen wird.

Folgende Punkte sollen angegangen werden, sofern das nötige Geld zusammenkommt:

  • Entkopplung der Testausführung und des Reportings von der Testdefinition – Erleichterung der Integration mit anderen Testframeworks
  • Überdenken von JUnits-Erweiterbarkeit – aktuell sehr unübersichtlich durch die verschiedenen, gewachsenen Ansätze
  • Verwendung der neuen Funktionen von Java 8 (Lambdas, Streams, Interface Default Methods) für bessere Assertions, Test-Hierarchien und Testen von asynchronen Code – auch der Namensgeber für das Crowdfunding-Projekt

Mit dem gespendeten Geld soll zunächst ein Kickoff-Workshop mit allen teilnehmenden Entwicklern und einigen Partnern (IDE- und Build-Tool-Hersteller) durchgeführt werden. Anschließend steht eine sechs- bis achtwöchige Phase der gemeinsamen Arbeit von mindestens 4 Entwicklern an. Sollte sogar noch mehr Geld eingehen als gehofft, werden weitere Entwickler dazu kommen bzw. man hat einen Puffer, um das Erreichte in der näheren Zukunft zu warten.

Man darf gespannt sein, ob die Rechnung aufgeht und ob dieses Geschäftsmodell damit möglicherweise sogar zum Vorbild für andere Opensource Projekte wird. Die JVM-Sprache Groovy könnte zum Beispiel ebenfalls diesen Weg einschlagen. Der bisherige Sponsor Pivotal hat Anfang 2015 die Unterstützung eingestellt, und bisher wurde niemand gefunden, der die Weiterentwicklung von Groovy durch Vollzeit-Entwickler stemmen möchte.

Weitere Infos findet man auf der JUnit-Webseite und der Kampagnen-Seite von Indiegogo. Es gibt sogar ein Video, in welchem namhafte Größen wie Uncle Bob Martin und Kent Beck für die Unterstützung von JUnit Lambda werben.

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