Wildfly 10 erschienen

Kürzlich ist Wildfly in der Version 10 erschienen. Er wurde schon lange erwartet, da diese Version als Basis für die kommerzielle Variante JBoss EAP 7 vorgesehen ist. Die JBoss Enterprise Application Plattform wird damit erstmals auf dem 2014 von JBoss AS in Wildfly umbenannten Open Source Application Server basieren. Redhat/JBoss bietet dann auch endlich kommerziellen Support für einen Java EE 7 konformen Server an.

Wildfly 10 implementiert das Java EE 7 Full und Web Profile, baut direkt auf der Version 9 auf und enthält dementsprechend auch alle dort veröffentlichten Funktionen wie HTTP/2 oder den eingebauten Loadbalancer. Als Besonderheit wird nun mindestens Java 8 verlangt, da man von den Neuerungen bei der Integration in die Java Laufzeit Umgebung profitieren wollte. Die aktuellen Entwicklungs-Releases von Java 9 werden ebenfalls unterstützt.

Als Java Messaging Implementierung setzt man nun auf die Neuentwicklung ActiveMQ Artemis, den direkten Nachfolger von Apache ActiveMQ und des von JBoss an Apache gespendeten HornetQ. Für die Migration der Konfigurationsdateien stehen extra Management Operations zur Verfügung, auf Protokollebene soll Artemis zudem kompatibel zu HornetQ sein.

Mit Undertow JS kann man jetzt auch serverseitiges JavaScript ausführen, wobei sogar auf CDI Beans und JPA Entitäten zugegriffen werden kann. Kleine leichtgewichtige View-Layer oder REST Endpunkte lassen sich damit einfach erstellen. Die JavaScript Dateien können live auf dem System editiert werden und profitieren von einem dynamischen Hot-Reloading. Ein ständiges Redeploy entfällt somit.

Mit HA Singleton Deployments kommt ein bereits aus früheren Versionen (JBoss AS 6) bekanntes Feature zurück. Bei einem Cluster von mehreren Servern kann man einzelne Deployments auch explizit nur auf einem Server starten. Bei einem Ausfall wird dieses Deployment auf einem anderen Server wieder hochgefahren. Eine ähnliche Funktion stellen die Singleton Message Driven Beans dar. Auch hier wird die Nachrichten Auslieferung nur auf einem Clusterknoten durchgeführt, bei Ausfall übernimmt ein anderer Knoten die Nachrichtenverarbeitung, sofern dort die gleiche Anwendung deployt ist. Zudem können Message Driven Beans nun in sogenannte MDB Delivery Groups zusammengefasst und so als Ganzes über die Management Konsole aktiviert und deaktiviert werden.

In Wildfly 10 ist jetzt Hibernate 5 enthalten, welches ebenfalls bereits eine längere Liste an Neuerungen mitbringt. Hervorzuheben sind die verbesserte Performance durch Bytecode-Erweiterungen, der Einsatz von Generics in Hibernate Native, eine verbesserte Service Provider Interface API für Anbieter von Second Level Caches und die optimierten Datenbank Schema Update- und Validierungswerkzeuge.

Das Zusammenspiel zwischen den Subsystemen wurde auch verbessert, wodurch Fehlerausgaben verständlicher werden. Es kann nun zudem mehrere alternative Implementierungen für ein Subsystem geben. Weitere Änderungen sind das neue Standardverhalten beim Pooling bzw. der Poolgröße von Stateless Session Beans und Message Driven Beans. Bei der Migration von alten Wildfly-Versionen haben aber zunächst die alten Einstellungen Vorrang, so dass keine Performance-Optimierungen durch das Versionsupdate verloren gehen.

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