Grails Version 3.0 erschienen – Wie geht es weiter mit Grails

Mit 3.0 ist gerade die letzte Version unter der Ägide von Pivotal erschienen. Das Projekt wurde dabei mal wieder stark umgekrempelt und baut nun auf Gradle als Build-System und Spring Boot auf. Beides vereinfacht die Arbeit enorm und ermöglicht auch den Einsatz einer Standard-Java-IDE ohne jegliche Grails-spezifische Unterstützung. Das Bauen, Testen und Starten der Grails-Anwendung kann jetzt einfach über Gradle erfolgen und dank Spring Boot ist es nun möglich, die Anwendung über eine main-Methode zu starten und zu debuggen. Das ermöglicht es Eclipse-Nutzern, weiterhin mit Grails zu arbeiten, obwohl Pivotal die Arbeiten an den Groovy/Grails Plugins und der Groovy/Grails Tool Suite ebenfalls eingestellt hat und unklar ist, wie es dort weitergehen wird.

Durch die Aktualisierung auf Groovy 2.4 und Spring 4.1 kamen viele Neuerungen und Erweiterungen hinzu. Statt auf Runtime-Metaprogrammierung wird nun verstärkt auf die Verwendung von Traits gesetzt, eine neue Form der Mehrfachvererbung in Groovy. Im Rahmen dieser Umbauarbeiten wurde desweiteren die API umstrukturiert und eine saubere Trennung in öffentliche und private/interne Pakete vorgenommen. Hier scheint man sich auch schon für die Zeit nach Pivotal zu wappnen, um demnächst unter das Dach einer Open-Source Foundation schlüpfen zu können.

Durch die tiefschürfenden Änderungen gilt es beim Update einer Altanwendung auf Grails 3.0.x wieder einiges zu beachten. Die nötigen Schritte dafür wurden aber wieder in einem Migrationsguide zusammengefasst. Die genaue Liste aller Änderungen findet sich hier.

Mit dem Release 3.0 endet jetzt also, wie schon seit längerem angekündigt, die Unterstützung durch die Firma Pivotal. Grails war ja vor einigen Jahren zunächst von Springsource übernommen, dann mitsamt Springsource an VMWare verkauft und vor noch nicht allzu langer Zeit bei der Ausgründung Teil von Pivotal geworden. Ähnlich wie bei Groovy ist noch nicht klar, wie es mit den hauptberuflichen Grails-Committern weitergehen wird. Es gab aber wohl schon Gespräche mit möglichen Geldgebern, und Projektleiter Graeme Rocher ist zuversichtlich, dass die Entwicklung an Grails in Zukunft in ungebremster Geschwindigkeit fortgesetzt werden kann. In den letzten Wochen hatte die Fertigstellung der aktuellen Version die höchste Priorität, was natürlich wenig Raum für Verhandlungen bot. Vermutlich wird sich aber nun auch Grails zunächst auf die Suche nach einem neuen Zuhause für das Projekt und die nötige Infrastruktur begeben. Groovy war erst kürzlich als ein Inkubator Projekt bei der Apache Foundation aufgenommen worden. Ob es danach möglicherweise wieder eine Firma hinter Groovy und Grails wie zu guten alten G2One-Zeiten geben wird, steht noch in den Sternen und hängt sicherlich auch davon ab, ob von der Übernahme damals durch Springsource noch Geld in der Kriegskasse übrig geblieben ist. Graeme Rocher wird sich bis Mai zunächst eine kleine Auszeit gönnen und freut sich dann aber wieder darauf, Groovy und Grails voranzutreiben. Seien wir also optimistisch, dass es mit beiden Projekten in Zukunft weitergehen wird.

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