Ungewisse Zukunft für Groovy und Grails

Als Groovy und Grails Befürworter musste man gerade die überraschende Nachricht von Pivotal verkraften, dass sich das Unternehmen nach dem Release der nächsten Versionen Ende März 2015 aus der direkten Finanzierung beider Open Source-Projekte zurückziehen wird.

Als offizielle Begründung heißt es, dass die Frameworks nicht mehr in Pivotals Strategie passen. Man möchte sich in Zukunft auf kommerzielle und quelloffene Projekte konzentrieren, die in den Bereichen Platform-as-a-Service, Data und agiler Entwicklung angesiedelt sind.

Wobei dieses Verhalten den Außenstehenden verwundert. Hier wird aus wirtschaftlichen Gründen etwas zu kurz gedacht. So sind die Teams von Groovy und Grails doch eher überschaubar und vor allem mit sehr fähigen Leuten bestückt. Diese potentiell zu verlieren, bedeutet für Pivotal vor allem auch einen Imageschaden. Immerhin sind sowohl Groovy als auch Grails und das gesamte Ökosystem (Gradle, Spock, …) sehr erfolgreich. So wurde beispielsweise allein Groovy im Jahr 2014 etwa 4 Mio. Mal heruntergeladen, Tendenz weiterhin steigend. Außerdem unterstützt auch das Spring Framework, im Moment noch eines von Pivotals Flaggschiffen, Groovy und hat außerdem von Entwicklungen aus Grails profitiert.

Die Projektleiter Guillaume Laforge und Graeme Rocher bzw. andere Team-Mitglieder haben gleich Aufrufe zur zukünftigen Unterstützung der Projekte gestartet. Und eigentlich sollte es kein Problem sein, andere Firmen zu finden, die von nun an Groovy und Grails unterstützen, sofern sie sowieso schon von ihnen profitieren und an den Open Source Gedanken glauben. Man darf also gespannt sein, wie es sich entwickelt.

Aus der Twitter-Gemeinde kamen immerhin schon mal jede Menge Sympathie-Bekundungen, Erklärungsversuche und Aufrufe:

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Die Ankündigung und Aufrufe haben definitiv auch für eine erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt, wie der folgende Tweet beweist:

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Bleibt zu hoffen, dass die Projekte bald wieder adäquate Unterstützer finden oder vielleicht auch unter das Dach einer größeren Open Source-Organisation wie Apache oder Eclipse schlüpfen können. Pivotal hat immerhin angekündigt, während der Übergangszeit noch Unterstützung bereitzustellen. Und die Teams haben noch Ideen und Pläne genug, um Groovy und Grails weiter zu verbessern.

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3 Responses to Ungewisse Zukunft für Groovy und Grails

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