RedHat Umfrage sucht neuen Namen für den JBoss AS

Ein Blogpost von Mark Little hat es angekündigt: Red Hat und die JBoss Community suchen einen neuen Namen für den JBoss – oder um genau zu sein: für die Open Source Fassung, also den JBoss AS  – nicht den JBoss EAP!!

Warum dies? Auf der Seite direkt steht:

The global communities of JBoss engineers, project contributors, customers and partners have been a driving force in moving Application Servers away from the proprietary, overweight, monolithic architectures of the past to a very flexible, dynamic, cloud-enabled, service fabric. Future releases of JBoss Application Server will continue that evolution and also adapt to the ever changing technology landscape to include support for mobile application development, non-relational data sources and new JVM-based languages and frameworks.

We’re hopeful that we can find a name that will better reflect these exciting new directions.

Habe ich nicht verstanden…., aber auf der bereits am ersten Tag zur Verfügung stehenden Liste der frequently asked questions (ich schätze ja, man hat intern schon eine Menge Fragen kassiert und erkennt daher schon frühzeitig Häufigkeiten) steht zusätzlich:

Currently there’s a significant amount of confusion when using the term JBoss on its own between the project known as JBoss AS, the community known as JBoss Community and the commercial offerings, JBoss Enterprise Middleware. By renaming the project we hope to make it clear that JBoss, when used on its own, refers to JBoss Enterprise Middleware.

Was lernen wir daraus:

In Phase 0 im Jahr 1999 hiess ein kleines Open Source Projekt “EJBoss“. Man kann es unter ejboss.org nicht mehr finden, weil es einer Firma namens SUN (die Reste dieser Firma findet man seit 2010 unter sun.com) nicht so recht war, dass jemand die Marke “EJB” benutzt.

Deshalb stand “JBoss” in Phase 1 dann  für Open Development einiger kreativer Köpfe, angetreten um den BEA Application Server zu schlagen. Damals verteidigte ein gewisser Rickard Öberg die teilweise provokativen Aussagen von Marc Fleury, bspw.

while Marc uses words like “take over the world”

Auch 2002 wurde die Frage “wofür steht JBoss” noch lässig beantwortet mit

EJB OSS minus E due to legal.

Ab dann in Phase 2 gehörte aber “JBoss” als Dienstleistungs-Marke plötzlich jemand mit einer gleichnamigen Firma und die Marke wurde nach zunehmendem kommerziellen Erfolg hart verteidigt. Dies konnte man im deutschen Raum gut im Jahr 2005 beobachten, als JBoss einen deutschen Partner abmahnte, die Marke korrekt im Sinne des Partnervertrags zu nutzen, und nennenswerte Teile der deutschen Community (Professoren, JBoss Entwickler, zahlreiche bekannte Dienstleister) sich hinter Rickard Öberg’s Blog mit der Meinung versammelten, eine Community Marke solle nicht kommerzialisiert werden, womöglich sei sogar die GPL verletzt worden. Der damalige Artikel von Nicolai Josuttis und das Interview von Sacha Labourey (JBoss) sind weitere gute Startpunkte in diese Ära für Historiker.

Nun beginnt also endgültig Phase 3: “JBoss” als Firma wurde schon 2006 von Red Hat übernommen, das Open Development Modell (viele verschiedene Committer, die Community sieht alle Entwicklungsvorgänge) längst durch ein Closed Development Modell (Enterprise Versionen enthalten Patches für Issues deren Beschreibung und Lösung man kaum noch nachvollziehen kann) ersetzt. Nun soll die Marke / der Name “JBoss” endgültig auch ein Produktname – und nicht mehr nur ein Dienstleistungsname – für die stabile Enterprise-fähigen Open Source Distribution JBoss EAP des Closed Developments von Red Hat werden. Und die durch Umarmung und Namens-Patenschaft hoffentlich wieder zunehmende Gemeinde von innovativen Entwicklern dürfen ihre Ergebnisse bitte unter einem anderen Namen berühmt machen, damit hier weniger Verwechslungsgefahr besteht. Werden sie dies vor lauter Begeisterung über diesen Plan auch tun? Ich frage mich jedenfalls, was passiert als nächstes, falls dies ein zweites Mal von Erfolg gekrönt ist? Da capo al fine oder gar da capo al coda?

Vorschläge für neue Namen können hier bis 14.10.2012 eingereicht werden (man braucht einen Community Account um mitreden zu dürfen). Aus der daraufhin von Red Hat Angestellten erstellten Short List wird bis 01.11.2012 in einer Community Abstimmung der Name gewählt – dieser soll dann am 12.11.2012 auf der Devoxx veröffentlicht werden.

Dieses nette Spässchen geschieht vor dem Hintergrund weiterer Ankündigungen von Red Hat zu ihren Produkten während der JavaOne wie bspw.

  • einer allgemeinen Verbreiterung der Entwicklerbasis – inspiriert durch die Umbenennung
  • weiterem Ausbau der Cloud Unterstützung
  • einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen dem Hibernate Projekt und 10gen zum weiteren Ausbau von Hibernate OGM mit MongoDB
  • weiteren Vorhaben im Bereich HTML 5 und Mobile-Unterstützung im Rahmen des Areogear Projekts
  • besserer Unterstützung für polyglot programming (genannt werden Ruby, Clojure, Ceylon, Scala und Spring Framework)
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2 Responses to RedHat Umfrage sucht neuen Namen für den JBoss AS

  1. Dirk M. Sohn Dirk M. Sohn says:

    Erste Ideen:
    (Nelson Appleton) Miles – der “Apache Geronimo” gefangen nahm?
    Bull-Shit – der Server der auf “Jonas” von der Bull Group…?
    The Symbol – The Server Formerly Known As EJBoss?

  2. Pingback: Shortlist für die Umbenennung von JBoss AS steht fest | techscouting through the java news

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