10 Jahre Agiles Manifest

Das Agile Manifest wird wohl morgen am 12.02.2011 10 Jahre alt. Seine 4 Werte

  • Individuals and interactions over processes and tools
  • Working software over comprehensive documentation
  • Customer collaboration over contract negotiation
  • Responding to change over following a plan

sind etwas bekannter geworden als seine 12 Prinzipien.

Wir OIOler waren damals gerade in ein grosses öffentliches Projekt namens “AGIL” involviert gewesen, das seinem Namen wenig Ehre machte, und waren anfänglich nicht gerade glücklich, dass man jetzt ausgerechnet im Bereich Extreme Programming, dessen Werte Kommunikation, Mut, Respekt, Einfachheit und Feedback wir gerade zu unseren Firmenwerten gemacht hatten, nun ein neues Buzzword brauchte, das für uns so vorbelastet war.

Aus heutiger Sicht sind wir nicht unglücklich über die gelunge Publicity, die diese Werte hierdurch erfahren haben, also Happy Birthday Agile Manifesto!

Alistair Cockburn organisiert übrigens aus diesem Anlass eine “Reunion” mit den interessanten 3 Fragestellungen:

  1. Welche Probleme der Software- oder Produktentwicklung haben wir gelöst (und sollten deshalb aufhören, sie immer wieder neu zu lösen)
  2. Welche Probleme sind praktisch unlösbar (und sollten deshalb keine weiteren Lösungsversuche verdienen)
  3. Welche Probleme sollten wir vernünftigerweise adressieren (und deshalb in näherer Zeit Energie darauf verwenden)

Mal schauen ob der Kreis darauf interessante Antworten findet. Der Hauptnutzen des Manifests besteht aus Sicht des Extreme Programmers vermutlich im viralen Verbreiten einer gewissen Freiheit davon, (Software-) Entwicklung als Ingenieurs-Disziplin begreifen zu müssen, sie vielmehr als notwendigerweise in Teams zu organisierendes Kunsthandwerk zu veranstalten. Insofern grenzen sich mögliche Antworten wohl deutlich ein. Ein schneller Entwurf je einer Antwort auf die 3 Fragen:

  1. Die dringendsten Bedürfnisse eines agilen Entwicklungsteams sind wahrscheinlich mit den Praktiken von Extreme Programming sehr gut beschrieben worden.
  2. Vielleicht sollte man mehr betonen, dass man Fische die vom Kopf her stinken nicht wiederbeleben kann. Ein Unternehmen ohne eine entsprechende Wertekultur wird immer nur solches Personal an sich binden können, für das ein Agiler Prozess ohnehin ungeeignet ist.
  3. Wenn man die Werte Kommunikation, Mut, Respekt, Einfachheit und Feedback mal über die 4 Werte des Agilen Manifests legt, so würde ich mir den folgenden 5. Wert wünschen, um die Lücke wieder zu schließen: Craftmanship over Engineering.
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